06.09.2017

Kalamitäten rechtfertigen keine nachhaltigen Auswirkungen auf dem Holzmarkt

Ausgehend von den Borkenkäferholzanfällen und Auswirkungen der Gewitterstürme der letzten Wochen herrscht derzeit eine Unruhe auf dem Holzmarkt, die von Seiten einiger Abnehmer genutzt wird, um in einer nicht gerechtfertigten und nicht akzeptablen Weise Holzpreise zu drücken und Konditionen zu verschlechtern. Die angefallenen Kalamitätsmengen aus dem Borkenkäferanfall und der Gewitterstürme der letzten Wochen belaufen sich nur auf einen Bruchteil eines normalen bayerischen Jahreseinschlags und führen zu keinerlei Erhöhung des Gesamteinschlags in Bayern, der in den letzten Jahren bei knapp 20 Millionen Festmetern lag. Gleichzeitig besteht ausgehend von der guten Baukonjunktur und Exportwirtschaft eine sehr hohe Nachfrage auf den Schnittholzmärkten. Die Produktionstätigkeit ist hoch. In vielen Segmenten rechnet die Holzbranche mit weiter steigenden Preisen auf den Abnahmemärkten. Auch der Absatz in außereuropäische Gebiete, wie den Nahen Osten, ist derzeit gut.

Da derzeit in Bayern die Abnehmer sehr gut versorgt sind, kommt der Nadelfrischholzeinschlag bayernweit quasi zum Erliegen. Die Bayerischen Staatsforsten haben ihn nahezu vollständig eingestellt und auch im Privat- und Kommunalwald erfolgt dieser stark eingeschränkt und überwiegend nachfragebezogen. Reguläre Frischholzeinschläge werden zurückgestellt. Darüber hinaus werden große Holzmengen in Nass- und Trockenlagern zwischengelagert. In den vom Gewittersturm „Kolle“ betroffenen Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau erfolgt eine differenzierte Aufarbeitungsstrategie. Einzelwürfe und –brüche sowie Nester werden prioritär aufgearbeitet. Bei flächigen Würfen erfolgt die Aufarbeitung zeitversetzt über dem Winter hinweg. Zusätzlich werden Holzmengen über den Ferntransport vermarktet, um den bayerischen Holzmarkt zu entlasten.

Der Bayerische Waldbesitzerverband empfiehlt seinen Mitgliedern, bei der Vermarktung zwischen Kalamitäts- und Frischholz zu differenzieren und auf längerfristige Abschlüsse aufgrund des Gebarens einzelner Abnehmer derzeit zu verzichten.