Juli 2011

18.07.2011

Großer Bayerischer Waldtag

Über 1400 Waldbesitzer haben am 15. Juli 2011 in Weißenburg zusammen mit Ministerpräsident Horst Seehofer und Staatsminister Helmut Brunner den Großen Bayerischen Waldtag gefeiert. Er ist damit der wichtigste forstpolitische Termin im Internationalen Jahr der Wälder. Über 700.000 bayerische Waldbesitzer aller Waldbesitzarten haben im Bergwaldtheater aber auch Forderungen an die Politik und Gesellschaft gerichtet. Der Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes Sepp Spann fasste es zusammen als der Ministerpräsident Seehofer stellvertretend den Weißenburger Appell der Waldbesitzer übergab: „Von einer aktiven Forstwirtschaft profitieren alle! Stilllegung im Wald ist nicht nachhaltig!“

Über Generationen von Waldbesitzern und Förstern ist bei uns ein intaktes und vielfältiges Ökosystem entstanden. Forstwirtschaft ist die naturnaheste und schonendste Form der Bodennutzung. Sie betrachtet den Wald gleichzeitig als Lebens- und Wirtschaftsraum. So ist es kein Wunder, dass in Deutschlands Wäldern wurde vor 300 Jahren die Nachhaltigkeit erfunden wurde. „Unsere Wälder sind Garant für Artenvielfalt und Biodiversität. Die Vielseitigkeit in unseren Wäldern wird unterstützt durch die große Zahl der Waldbesitzer mit ihren unterschiedlichen Vorstellungen bei der Pflege“, so Spann.

Eine umfassende Nachhaltigkeit und ein gelebter Generationenvertrag haben dabei die Wälder in einen Zustand versetzt, der auf der Fläche alle Funktionen erfüllt. Dennoch sollen sie, wenn es nach den Umweltschützern geht, unter Vollschutz gestellt werden. Das hat Konsequenzen! Deutschlandweit willkürlich festgelegte 10 % oder 1,1 Millionen Hektar Waldfläche bedeuten einen Nutzungsverzicht von 11 Millionen m3 Holz und einen Verlust von 110.000 Arbeitsplätzen, vor allem im Ländlichen Raum. Spann begrüßt die Entscheidung des Kabinettes, ein Zentrum-Nachhaltigkeit-Wald im Steigerwald zu erreichten. Das ist der richtige, zukunftsweisende Weg. Die Ausweisung eines wäre Nationalparks ein falscher.

Nur nachhaltig bewirtschaftete und gepflegte Wälder können den Klimawandel meistern und sich an geänderte Umweltbedingungen anpassen. Nicht zu vergessen ist der Klimaschutz: 1 m³ Holz bindet eine Tonne des klimaschädlichen Treibhausgases CO2. Da der Rohstoff Holz benötigt wird, führt ein Nutzungsverzicht bei uns zu einer weiteren weltweiten Waldzerstörung. Und noch ein Pluspunkt: Wald kennt keinen Abfall.

Aber auch die aktuell von der Politik beschlossene Energiewende ist bei den Waldbesitzern ein Thema. Holz ist unser wichtigster und erfolgreichster Energieträger. Eine Energiewende geht nur mit dem Energieträger Holz. Spann sagte Ministerpräsident Seehofer heute die Unterstützung der Waldbesitzer zu: „Wir machen mit!“

Weitblick zahlt sich aus! - Bayerns Waldbesitzer schenken Ministerpräsident Seehofer eine Bank aus mittelfränkischem Fichtenholz. Diese Bank ist aber keine gewöhnliche Bank. Sie ist größer. Damit symbolisiert sie, dass die Leistungen der Waldbesitzer weit über das normale Maß hinausgehen. Gleichzeitig bringt sie zum Ausdruck, dass Forstwirtschaft in längeren Zeiträumen denkt und in die Zukunft gerichtet ist. Dazu braucht Zeit zum Nachdenken und eine höhere Warte, um den Weitblick zu ermöglichen.

Die Bank symbolisiert aber auch den gelebten Generationenvertrag und die Familienforstwirtschaft in unseren Wäldern. Deshalb wird sie vom Ministerpräsidenten dem städtischen Kindergarten Schnürleinsmühle, Leiterin Uta Böheim, gestiftet und vor Ort von den Kindern übernommen.

Wald hat in Weißenburg eine lange Tradition. Die Kinder der Stadt werden vom Städtischen Forstamt schon früh an den Stolz der Weißenburger, dem Stadtwald, herangeführt. Die Bank ist eine Ergänzung dieser waldpädagogischen Erziehung.

Geschaffen hat die Bank die Zimmererinnung Weißenburg, Innungsmeister Hans König. Für die Bank mit einer Höhe von fast zwei Metern und einer Länge von 3,50 m wurden 0,5 Kubikmeter Holz verwendet. Dieses Holz bindet eine halbe Tonne des klimaschädlichen Treibhausgases CO2. Holznutzung ist auch aktiver Klimaschutz!

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