Juni 2012

27.06.2012

Neues Präsidium gewählt

Der Ausschuss des Bayerischen Waldbesitzerverbandes wählte am 25. Juni 2012 in seiner konstituierenden Sitzung turnusgemäß das neue Präsidium.

Präsident Sepp Spann, Au-Bad Feilnbach (Lks. Rosenheim), wurde in seinem Amt bestätigt. Auch der 1. Vizepräsident Eugen Frhr. v. Redwitz, Rennertshofen (Lks. Neuburg-Schrobenhausen) und 2. Vizepräsident – traditionell ein Vertreter des Kommunalwaldes - Bgm. Josef Mend, Stadt Iphofen (Lks. Kitzingen) wurden erneut gewählt.

Als weitere Präsidiumsmitglieder wurden Reinhardt Neft, Vorstand Bayerische Staatsforsten AöR, Regensburg, Philipp Frhr. von und zu Guttenberg, Rimsting (Lks. Rosenheim) bestätigt. Josef Ziegler, Vorsitzender der FV Oberpfalz und Geschäftsführer der WBV Cham-Roding, wurde neu in das Präsidium gewählt.

04.06.2012

Wald- und Holzwirtschaft: 365 Tage Nachhaltigkeit

Deutscher Aktionstag Nachhaltigkeit am 04. Juni 2012

Klimastabilisierung, Umweltschutz, einheimische Kreislaufwirtschaft und regionale Wertschöpfung: Wald- und Holznutzungen sind – in aktueller Gesamtbilanz – für unsere Gesellschaft, Wirtschaft und Verbraucher ökologisch-ökonomisch Zukunft sichernd, verantwortungsbewusst und konkurrenzlos!

München, 04.06.2012. Die aktuellen Entwicklungen in der Klimapolitik und der Zwang zur nachhaltigen Wirtschaftsweise haben die ökologisch-ökonomische Bilanz der Wald- und Holzbearbeitungswirtschaft massiv aufgewertet. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zum klimatisch notwendigen Waldumbau, aber auch bei der Be- und Verarbeitung des Werkstoffs Holz setzen neue Akzente, beispielsweise als Erdölsubstitution oder zur Energiegewinnung!

Wald- und Holznutzung sind nachweislich aktiver Klimaschutz! Allein Bayerns Wälder speichern durchschnittlich etwa 278 Tonnen CO₂ pro Hektar. Bei der bayerischen Wald­inventur 2002 ergab sich somit rechnerisch eine „CO2-Senke“ mit 675 Mio. Tonnen CO₂.

In Bayern sind bis heute seither 33 Millionen Kubikmeter Holz jährlich nachgewachsen – wovon pro Jahr nur ein Teil wieder genutzt wurde.

Der Holzzuwachs der letzten 30 Jahre in Bayern wird auf etwa 350 Millionen Kubikmeter geschätzt: pro Sekunde wächst ein neuer Kubikmeter Holz. Darin wird eine Tonne CO2 aus der umgebenden Luft gespeichert.

Rund 1,5 Tonnen CO₂ befinden sich in einer ausgewachsenen Fichte. In circa 100 Jahren speicherte dieser Baum diejenige CO₂-Menge, die ein neuer Mittelklassewagen heute als Jahresfahrleistung ausstößt. In 40 Sekunden wächst in Bayern Holz für ein Holzhaus nach, welches CO₂ langfristig bindet.

Bayerns Wälder nehmen nicht nur CO₂ auf, sondern liefern mit dem Werkstoff Holz für zahlreiche Produkte erhebliche CO₂-Speicherkapazitäten!

Die Interessens-Allianz der Bayerischen Forst- und Holzwirtschaft bringt durch die Verwirk­lichung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft die ‚Green Economy’ aktiv voran. Der Geschäftsführer des Bayerischen Waldbesitzerverbandes Hans Baur: „Neue Forschungs­ergebnisse, neue Produktions- und Nutzungsverfahren z.B. bei Viskose, bei Kraftstoffen oder Energieerzeugung erhöhen die Nachfrage nach Holz und Holzprodukten. Unsere Wertschöp­fungskette ermöglicht ökonomisch-ökologisch nachhaltiges und gleichzeitg sozial verträgliches Wirtschaftswachstum sowie Klima- und Umweltschutz! Im Vergleich zu anderen Produktionen wirtschaften wir grüner!“

Nicht nur in der Industrie und im Handwerk, auch im Alltag könnten die Verbraucher dem Zukunftswerkstoff Holz zum Durchbruch verhelfen. Dies zum Beispiel durch Kaufentscheidungen für heimische Holzprodukte wie einer Wiege aus Holz.

Hätten 2010 alle bayerische Eltern für ihre 105.251 Babys Wiegen aus Holz gekauft, dann wären dafür 31.575 Kubikmeter Holz verarbeitet worden – und damit 31.575 Tonnen CO₂ gespeichert! Zugunsten der Zukunft auch der nächsten Nachkömmlinge. Zugunsten von 315 Arbeitsplätzen im Bereich Wald und Holz.

Das erwähnte Beispiel für Holznutzung kann auch auf andere Gesichtspunkte umgerechnet werden! Die Wiegen aus Holz beispielsweise entziehen unserer Atmosphäre diejenige Menge an CO₂, die ihr zugefügt werden durch ca. 30.000 Autofahrten von München nach Hamburg.

Für Bürger, die einheimisches Holz nutzen, kann jeder Tag ein „Tag der Nachhaltigkeit“ sein – 365 mal pro Jahr!

01.06.2012

Wir wirtschaften grüner

Pressekonferenz am Freitag, 01.06.2012, PresseClub München

Deutscher Aktionstag Nachhaltigkeit: Verbändeallianz Forst und Holz in Bayern

 „Wir wirtschaften grüner“ lautet das Motto von Verbänden der Waldbesitzer und Holzwirtschaft in Bayern im Vorfeld des Deutschen Aktionstages Nachhaltigkeit am 4.6.2012 und mit Blick auf die bevorstehende internationale UN-Konferenz „Rio + 20“. Sie appellieren an Politik und Gesellschaft für eine bessere Anerkennung der heimischen, nachhaltigen Forstwirtschaft als Zukunftsmodell für die Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie. „Wenn weltweit eine grüne Wirtschaft zur Lösung vieler Probleme gesucht wird, kann die Forst- und Holzwirtschaft in Deutschland voller Selbstbewusstsein ihr Modell präsentieren, das Antworten auf Fragen des Klimaschutzes, der sozialen Gerechtigkeit und eines verträglichen Wirtschaftswachstums gibt.“

 

München, 01.06.2012. Dies betonten die Präsidenten des Waldbesitzerverbandes, des Bauernverbandes, der Sägeindustrie und des Zimmererhandwerks in Bayern bei einer Pressekonferenz am 1. Juni 2012 in München. Die Klimaschutzpolitik auf nationaler wie auch internationaler Ebene blendet die Bedeutung dieser Leistung jedoch aus. „Damit werden die Möglichkeiten verkannt, durch eine verstärkte Verwendung des CO2-neutralen Werkstoffes und Energieträgers Holz, diesen für Klimaschutz und Wirtschaftswachstum zu nutzen“, sagten die Verbandsvertreter. Sie forderten von Politik und Gesellschaft die Schaffung von Rahmenbedingungen, die Holzerzeugung, seine Verarbeitung und Verwendung förderten und optimierten.

 

Die Waldfläche in Deutschland wie auch im Freistaat nimmt kontinuierlich zu und leistet neben ihrer Rolle als Wirtschaftsfaktor einen umfassenden Beitrag zur biologischen Vielfalt. Der Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, Sepp Spann sagte: „In Bayerns Wäldern gibt es über 60 verschiedene Baumarten, und der Laubholzanteil nimmt kontinuierlich zu. Die ökologisch wertvollen Altbestände haben sich in den letzten 40 Jahren fast verdoppelt. Auf jedem Hektar Wald in Bayern sind 13 m3 Totholz zu finden, was Grundlage für eine hohe Biodiversität ist. Diese Entwicklung kann in die multifunktionale Forstwirtschaft integriert werden, die Arbeitsplätze schafft sowie den Waldbesitzern ein finanzielles Auskommen und der Holzwirtschaft die ausreichende Versorgung mit heimischem Holz ermöglicht. Eine zu starke Reglementierung der Waldwirtschaft oder gar Flächenstilllegungen würden das Interesse der Waldbesitzer an ihrem Eigentum dagegen schwächen und damit das Prinzip einer umfassend nachhaltigen Waldwirtschaft gefährden. “

 

Der Vize-Präsident des Bezirks Oberbayern des Bayerischen Bauernverbands, Wolfgang Scholz, hob die Bedeutung der Land- und Forstwirtschaft als unverzichtbar zur ländlichen Entwicklung und zu einer hohen Lebensqualität in Bayern hervor: „Der Wald ist für viele Landwirte eine wichtige Ergänzung und liefert den auch in der Landwirtschaft wichtigen Werkstoff und Energieträger Holz. Die Bewirtschaftung der  Bauernwälder ist nur gesichert, wenn hiermit auch ein Einkommen erzielt werden kann.“

 

Der 1. Vorsitzende des Sägewerksverbandes, Peter Fickler, betonte: „Holzverwendung bedeutet aktiven Klimaschutz. Der Pro-Kopf-Verbrauch muss daher von heute knapp 0,2 Kubikmeter deutlich gesteigert werden, wenn alleine der europäische Wert von 0,3 Kubikmetern erreicht werden soll. Hierfür gibt es mehr Möglichkeiten als der Verbraucher denkt. Der moderne Werkstoff und Energieträger ist nahezu universell einsetzbar.“

 

Der Präsident des Bayerischen Landesinnungsverbandes des Zimmererhandwerks, Peter Aicher, erklärte: „Das holzverarbeitende Gewerbe bietet viele Arbeitsplätze, vor allem im ländlichen Raum. Rund 190.000 Menschen leben von der Forst-  und Holzwirtschaft sowie dem daran angelagerten Handwerk und Handel. Der Gesetzgeber muss Rahmenbedingungen schaffen, um die Verwendung von Holzprodukten zu fördern.

 

Prof. Dr. Gerd Wegener wies auf die unterschätzte Rolle von Wald und Holz als Kohlenstoffspeicher hin: „Alleine Bayerns Wälder mit ihrem Holzvorrat von einer Mrd. Kubikmeter speichern 900 Mio. Tonnen Kohlendioxid (CO2), was der CO2-Emission von ganz Deutschland entspricht!“ Nach seiner Verarbeitung zu Holzprodukten wird die klimaschützende Funktion fortgeführt. „Wer in einem modernen Holzhaus wohnt, kann seine Klimabilanz über das dort gespeicherte CO2 acht Jahre ausgleichen“, sagte Wegener. Durch den Einsatz von Holz könnten zudem Energie- und kohlenstoffintensiv zu erzeugende Baustoffe eingespart werden. Angesichts dieser hervorragenden Eignung als „Klimaschützer“, betonte der Clustersprecher, müssten politische Entscheidungsträger auf allen Ebenen den Einsatz von Holzprodukten forcieren, am besten bei der Holzbauquote, wo im Vergleich zu Österreich oder den skandinavischen Ländern noch Nachholbedarf bestehe. „Auch wenn in Bayern mittlerweile jedes fünfte Gebäude in Holzbauweise errichtet wird, besteht hier noch Entwicklungsbedarf“, bekräftigte Wegener.

 

Eingangs berichteten Waldbesitzer Johann Stadler (Eichstätt), Bürgermeisterin und Sägerin Christine Weinmüller (Igling) und Zimmerermeister Georg Rottmüller (Bad Aibling) über ihren persönlichen Bezug zu Wald und Holz durch die tägliche Arbeit. Dabei wurde deutlich, dass der heimische Wald als werthaltiges Eigentum auch für die kommenden Generationen geschätzt wird, genauso wie als Klimaretter sowie als Grundlage für regionale Wirtschaftskreisläufe im ländlichen Raum.

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