November 2013

15.11.2013

Hände weg vom Eigentum

Bei den aktuellen Koalitionsverhandlungen in Berlin werden in unterschiedlichen Arbeitsgruppen viele Festlegungen für die politische Arbeit auf Bundesebene in den nächsten vier Jahren im Detail getroffen.

Ein Thema dabei ist die Festschreibung einer pauschalen Stilllegung im Wald. Diese Stilllegungsverpflichtung soll zur Unterstützung der Nationalen Strategie der Biologischen Vielfalt dienen. Angedacht ist hierbei, die bisherige Stilllegungsquote als Maßnahme der Nationalen Biodiversitätsstrategie umzusetzen. Dies bedeutet eine 5%-ige pauschale Flächenstilllegung über die gesamten deutschen Waldflächen. Ob diese dann nur im Staatsforst oder auch im Kommunal- und Privatwald erfolgen soll, ist zumindest derzeit nicht geregelt. Der Klein- und Kleinstprivatwald soll mit geeigneten Mitteln in die Entwicklung einbezogen werden.

Diese Diskussion ist überhaupt nicht nachvollziehbar. Aufgrund der Erfahrungen mit Natura 2000 und FFH wissen wir, dass wir politischen Zusagen im Zweifelsfall nicht trauen können. Alleine die Tatsache, dass jetzt in den Koalitionsgesprächen über eine pauschale Flächenstilllegung diskutiert wird, zeigt uns, dass hier ein Zugriff auf unser Eigentum – in welcher konkreten Form später auch immer – geplant ist.

Dies ist umso unverständlicher, als gerade zur Stärkung der Biodiversität Wirtschaftswald erforderlich ist. Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass die Artenvielfalt in Wirtschaftswäldern deutlich höher sein kann als in reinen Urwäldern. Insoweit wird das verkündete Ziel mit der vorgesehenen Maßnahme der Flächenstilllegung an dieser Stelle überhaupt nicht erreicht werden können.

Aufgrund von Untersuchungen des Von-Thünen-Instituts kostet die Nichtverarbeitung von 100 bis 200 Festmeter Holz jeweils einen Arbeitsplatz. Ausgehend von einem Mittelwert und einer sich bei einer 5%-igen Flächenstilllegung rechnenden Stilllegungsfläche von deutlich über 500.000 Hektar ist ein Verlust von 40.000 bis 50.000 Arbeitsplätzen deutschlandweit im ländlichen Raum ohne Aussicht auf Ersatz zu befürchten. Dies zu planen in einer Zeit, in der durch Klimawandel und Energiewende der Waldumbau und die Waldnutzung eine wesentliche Rolle spielen, ist nicht verständlich.

Eine 5%-ige pauschale Flächenstilllegung im Privatwald würde deutschlandweit ca. 260.000 Hektar privates Waldeigentum aus jeder Nutzung nehmen. Dies wäre eine beispiellose Enteignung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, die – wie oben dargestellt – noch nicht einmal das angestrebte Ziel erfüllen dürfte.

Machen Sie mit und verdeutlichen Sie hier per ePostkarte das Anliegen der Waldbesitzer: Hände weg vom Eigentum – keine pauschale Flächenstilllegung im Wald!

Diese ePostkarte http://www.bayerischerbauernverband.de/epostkarte-eigentum wird per E-Mail an die CDU-Vorsitzende Dr. Angela Merkel, an den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel sowie an den CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer gesendet. 

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