Oktober 2014

13.10.2014

Zur Verdeutlichung: Bundeswaldgesetz darf nicht geändert werden

Der Bayerische Waldbesitzerverband verfolgt mit großer Sorge die Diskussion, um eine mögliche Änderung des §40 Bundeswaldgesetz. Durch eine Erweiterung der Privilegierung in §40 Bundeswaldgesetz könnte ein anhängiges Kartellverfahren gegen das Land Baden-Württemberg ausgehebelt werden. Rheinland-Pfalz hat deshalb den Antrag gestellt, das Bundeswaldgesetz entsprechend zu ändern.

Nicht nur aus bayerischer Sicht ist diese Vorgehensweise falsch. Sicherlich gibt es in Baden-Württemberg und möglicherweise auch in Rheinland-Pfalz bei einer entsprechenden Entscheidung des Bundeskartellamtes große Schwierigkeiten die bisherigen Verfahrensweisen kurzfristig umzustellen. Mit einer Änderung des Bundeswaldgesetzes würde aber nicht nur für das bisherige Verfahren in Baden Württemberg und mögliche Befürchtungen in Rheinland-Pfalz Vorsorge getroffen. Vielmehr würden auch viele kartellrechtskonforme dezentrale Vermarktungsinitiativen in ganz Deutschland zerstört. Dies kann und darf nicht das Ergebnis einer Änderung des Bundeswaldgesetzes sein.

Deshalb hält es der Bayerische Waldbesitzerverband für erforderlich, nach Lösungen für diejenigen Länder zu suchen, bei denen die Vermarkung derzeit kartellrechtlich problematisch erscheint, ohne gleichzeitig entstandene wettbewerbskonforme Vermarktungswege zu beschädigen oder gar zu zerstören. Dazu könnte beispielsweise eine klar mit Einzelschritten und Fristen ausgestattete Entscheidung des Bundeskartellamtes beitragen. Alle Länder in Deutschland hatten nach den ersten Kartellverfahren die Möglichkeit, wettbewerbskonforme Zustände herzustellen. Diejenigen Menschen und Initiativen in den Ländern jetzt durch eine Änderung des Bundeswaldgesetzes abzustrafen, weil sie die geltenden Vorgaben umgesetzt haben, ist unverantwortlich.

Der Bayerische Waldbesitzerverband wiederholt seine Forderung nach einer Lösung für die Problematik in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zu suchen, ohne mit einer Änderung des Bundeswaldgesetzes bisherige Initiativen in diesen Ländern und darüber hinaus zu beschädigen oder zu zerstören.

Sollte es aber doch zu einer Gesetzesänderung kommen, muss Wettbewerbsgleichheit zwischen der staatlichen Beförsterung und privaten Initiativen, wie zum Beispiel forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen, bei der Waldbewirtschaftung und Holzvermarktung hergestellt werden bzw. in den Ländern, wo dies schon geschehen ist, bestehen bleiben. Die Länder müssen dann gleichzeitig verpflichtet werden, private Initiativen bei Ihrem Aufbau und ihrer Arbeit zu unterstützen.

08.10.2014

Ergebnisse der Bundeswaldinventur bestätigen bayerische Spitzenposition

„Die Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur zeigen die Spitzenposition Bayerns in allen relevanten Bereichen“ freut sich Sepp Spann, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes nach der heutigen Veröffentlichung der Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur.

Der Vergleich der Zahlen der dritten Bundeswaldinventur mit den Zahlen aus dem Jahre 2002 zeigt, dass die Waldfläche in Bayern mit ca. 2,6 Millionen Hektar trotz des Flächenbedarfs für Industrie, Siedlungen und Verkehr nicht gesunken, sondern tatsächlich leicht gestiegen ist. Auf dieser Waldfläche steht ein Holzvorrat von knapp einer Milliarde Kubikmeter. Dies entspricht in etwa dem Wert aus dem Jahre 2002. Damit hat Bayern einerseits immer noch die höchsten Holzmengen je Hektar, zeigt aber auch, dass ein weiterer Vorratsaufbau nicht erfolgt ist, da der klimawandelbedingte Waldumbau weiter vorangetrieben wurde. Dies wird daran deutlich, dass der Anteil von Mischwäldern weiter gestiegen ist. Reinbestände mit nur einer Baumart haben nur noch einen Flächenanteil von 15 Prozent. Dabei vollzieht sich der Übergang zu jungen Wäldern verstärkt, allmählich und natürlich.

Die in Bayern gültige Maxime „Schützen durch Nützen“ hat maßgeblich zu einer Verbesserung der Situation hinsichtlich Stabilität und Naturnähe der Wälder beigetragen. So ist der Totholzanteil seit der letzten Erhebung nochmals um ca. 10 Prozent auf 22 Kubikmeter Totholz pro Hektar Wald angestiegen.

Auf Grund der Holzvorräte waren im Jahr 2012 in bayerischen Wäldern rund 1,1 Milliarden Tonnen CO2 in lebenden Bäumen gespeichert.

„Die bayerische Forstwirtschaft erfüllt ihre Aufgaben einer multifunktionalen Bewirtschaftung der Wälder und bedankt sich bei der bayerischen Staatsregierung für die Unterstützung in den vergangenen Jahren, wie auch für die Zusage der Unterstützung für die Zukunft.“. Der Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes stellt darüber hinaus fest: „Mit diesen Zahlen ist klar belegt, dass die Waldeigentümer und Bewirtschafter in Bayern ihre Wälder gewissenhaft und zukunftsorientiert bewirtschaften und die echten Naturschützer sind. Die Behauptungen von Naturschutzorganisationen, die bayerische Forstwirtschaft würde die Biodiversität reduzieren und den Wald durch Nutzung überfordern, sind klar widerlegt.“.

Die bayerische Forstwirtschaft versteht die Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur auch als Aufforderung, sich weiterhin dem Waldumbau im Hinblick auf den Klimawandel zu widmen. Dabei gilt es, Baumartengemeinschaften bereits mit den Augen der eigenen Enkel zu betrachten, um auch in Zukunft ein naturnahes, stabiles und wirtschaftlich sinnvolles Bewirtschaften der Wälder zu ermöglichen.

08.10.2014

Deutsche Forstwirtschaft – Eine jahrhundertealte Erfolgsgeschichte

Seit über 300 Jahren wird in Deutschland nachhaltige Forstwirtschaft betrieben. Die heute vorgelegten Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur zeigen, dass die nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland mit den Herausforderungen des Klimawandels bestens zurechtkommt.

Das Prinzip der Nachhaltigkeit bewahrt sich die Forstwirtschaft vor allem bei strategischen Entscheidungen, um dem Klimawandel zu begegnen. Hierbei handelt die Forstwirtschaft stets mit Weitsicht, was zahlreiche Beispiele, jetzt auch aus der dritten Bundeswaldinventur, belegen. So ist der Waldumbau weit vorangeschritten, die Bäume werden älter und der Totholzanteil hat erneut gegenüber der letzen Bestandsaufnahme 2002 zugenommen.

Die Studie zeigt, dass ökonomische Nutzung den Wäldern ökologisch gut tut. Dessen ungeachtet war die deutsche Forstwirtschaft schon vor über 300 Jahren Mitbegründer der weltweit ersten geplanten Forstwirtschaft, die eine Multifunktionalität des Waldes im Blick hatte und hat. Damit erkannte die Forstwirtschaft in Deutschland früh die Notwendigkeit, den Zielen des Naturschutzes genauso zu entsprechen, wie den Erfordernissen, Energie und Rohstoff für wirtschaftliche Tätigkeiten zur produzieren. Heute ist die deutsche Forstwirtschaft mit den nachgelagerten Wirtschaftsbereichen und über 1 Mio. Arbeitsplätzen ein entscheidender wirtschaftlicher Faktor, vor allem, aber nicht nur, in den ländlichen Räumen.

Der Erfolg der Forstwirtschaft ruht auf einem Drei-Säulen-Modell. Dabei arbeitet die Forstwirtschaft kontinuierlich daran, die Multifunktionalität der Wälder weiter zu verbessern und noch mehr fossile Rohstoffe zu ersetzen bzw. CO2 zu binden.

Erste Säule: Waldumbau

  • Ausrichtung auf Baumarten, die sowohl mit sich ändernden Klimabedingungen (z. B. Stürme oder Trockenheit) bestens zurechtkommen als auch für zukünftige wirtschaftliche Verwertungen hervorragend geeignet sind
  • Baumartenmix zur Risikostreuung, auch gegen neuartige Schädlinge wie beispielsweise den asiatischen Laubholzbock

Zweite Säule: Technischer Fortschritt

  • Forschung und Entwicklung von weiteren Verwendungsmöglichkeiten für Holz, dabei Schwerpunktsetzung nicht nur auf Energie und Baustoff, sondern auch Rohstoff für die chemische Industrie zur Herstellung von Folgeprodukten.

Dritte Säule: Operative Maßnahmen

  • bessere Nutzung der Wälder
  • angepasste Erntetätigkeit
  • optimierte Prozesse in der Logistik durch kürzere Wege
  • Erhalt der Wertschöpfung in den ländlichen Räumen

Die Forstwirtschaft ist ausweislich der Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur auf dem richtigen Weg. Behauptungen von „Naturschutzverbänden“, eine falsche und den Wald überfordernde Bewirtschaftung durchzuführen, sind mit den objektiven Fakten widerlegt. Nun gilt es, die Strukturen für die Waldwirtschaft in Deutschland weiter zu stärken und die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.

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