April 2015

10.04.2015

Deutlich weniger Schadholz als befürchtet

Der Orkan Niklas hat in den Wäldern Bayerns einen geringeren Schaden verursacht als es zunächst befürchtet wurde. Insgesamt wird dieser über alle Waldbesitzarten bayernweit mit unter 10 % eines Jahreseinschlages geschätzt. Die Mengen liegen damit bei knapp 2 Millionen Festmetern. Das Schadgebiet ist regional begrenzt. Schwerpunkt ist das Alpenvorland in einem Streifen von Schwaben über Oberbayern, insbesondere in der Region südlich Münchens und in der Region Landsberg/Fürstenfeldbruck. In den übrigen Landesteilen sind nur Einzel- und Nesterwürfe sowie –brüche in einem sehr geringen Umfang zu verzeichnen. Vielerorts gibt es gar keine Schäden. Aber auch im Hauptschadgebiet gibt es wenig großflächige Windwürfe. Vom Sturm betroffen ist vor allem Nadelholz. Aufgrund der vielen Einzelwürfe und des hohen Bruchholzanfalls - teilweise beträgt dieser bis zu einem Drittel - wird ein bedeutender Anteil der Sturmholzmenge nicht auf dem Rundholzmarkt vermarket, sondern für die energetische Nutzung bereitgestellt werden.

„Knapp zwei Wochen nach dem Sturm zeigt sich, dass vielerorts die Sturmholzmenge überschätzt wurde“, so der Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, Sepp Spann. Aufgrund der Sturmholzmenge sind keine langfristigen Auswirkungen auf dem Holzmarkt zu befürchten. Große Mengen können im Rahmen laufender Verträge vermarktet werden. Weiterhin planen Forstbetriebe und Vermarktungsorganisationen der Waldbesitzer größere Holzmengen einzulagern, so dass auch im zweiten Halbjahr eine Versorgung der Holzindustrie sichergestellt werden kann. Naßlagerkapazitäten liegen in der Region bei über 300.000 m³.

Aus Deutschland und dem Ausland werden aktuelle Sturmholzabschlüsse von 2 bis 7 €/fm unterhalb des Frischholzpreisniveaus gemeldet. Spann stellt klar: „Sturmholzabschläge von maximal 5 bis 10 €/fm vom Frischholzpreis sind gängige Praxis, höhere Preisabschläge sind aber nicht gerechtfertigt und schaden letztendlich der künftigen Holzmobilisierung und den Abnehmern selber, da es auch zu einer Entwertung ihrer eigenen Rund- und Schnittholzlager führt.“

Das Sturmholz ist begehrt. Einige Betriebe und Forstzusammenschlüsse berichten, dass auch außerhalb des Schadschwerpunktgebietes Sägewerke großes Interesse an zusätzlichen Holzmengen bekundet haben, so dass derzeit der Ferntransport von Holzmengen aus dem Hauptschadgebiet geprüft wird.

Der Bayerische Waldbesitzerverband und der Bayerische Bauernverband stellen klar, dass derzeit auch aus Forstschutzgründen kein Grund zur Panik besteht. Angeschobene und geworfene Bäume  können auch im Lauf der nächsten Wochen und im Sommer aufgearbeitet werden. Um den Borkenkäfer vorzubeugen ist es wichtig, dass vor flächigen Würfen die Einzelbrüche aufgearbeitet werden.  

08.04.2015

Schäden im Wald durch Orkan Niklas bayernweit überschaubar

Der Orkan Niklas hat in Bayern keine großflächigen Schäden im Wald verursacht. Hauptschadgebiet ist der südbayerische Raum mit dem Schwerpunkt im Alpenvorland sowie in der Region südlich von München. In den übrigen Landesteilen gibt es meist nur einzelne Würfe und Brüche. Aber auch in der von dem Orkan Niklas hauptsächlich betroffenen Region gibt es weniger großflächige Schäden. Auch hier sind viele Nester- und Einzelwürfe zu verzeichnen. Insgesamt ist der Bruchanteil sehr hoch.

Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten geht davon aus, dass der Schadumfang bei bis zu 10 % eines normalen Jahreseinschlages in Bayern liegt. Die Bayerischen Staatsforsten rechnen im Staatswald mit einem Sturmholzanfall von knapp einer Million Festmeter. Im Privat- und Körperschaftswald liegt nach ersten Schätzungen der Anfall wohl unterhalb einer Million Festmeter.

Das angefallene Sturmholz hat mengenmäßig keinen großen Einfluss auf dem Holzmarkt. In  den anderen Bundesländern und Österreich sind meist nur geringe Sturmholzmengen zu verzeichnen. Durch den hohen Anfall an Bruchholz wird sicherlich ein großer Teil für die energetische Nutzung bereitgestellt und steht dem Holzmarkt nicht zur Verfügung.

Die Aufarbeitung von Sturmholz ist sehr gefährlich. Deshalb sollte nach Möglichkeit die Aufarbeitung der gebrochenen und geworfenen Stämme mit Harvestern erfolgen. Da überwiegend Nadelholz betroffen ist, sollten auch einzelne geworfene und gebrochene Stämme aus Forstschutzgründen zeitnah aufgearbeitet werden, um Borkenkäfern vorzubeugen.

Vor dem Betreten des Waldes muss in Schadregionen weiterhin gewarnt werden. Vor herabfallenden Ästen und angebrochenen Bäumen geht weiterhin eine große Gefahr aus.

Für Kalamitätsholz können vom Sturm betroffene Waldbesitzer ermäßigte Steuersätze nach § 34b Einkommenssteuergesetz bei der Finanzverwaltung geltend machen. Hierfür ist umgehend nach Schadfeststellung und vor Aufarbeitung des Sturmholzes ein Antrag bei den zuständigen Landesämtern für Steuern zu stellen. 

01.04.2015

Gute Entscheidung des Bundestages zum Bundeswaldgesetz

Die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD haben am 26. März 2015 mit 484 Nein-Stimmen, bei 115 Ja-Stimmen, die Forderung nach einer schnellen Neuregelung der kooperativen Holzvermarktung abgelehnt.

Der abgelehnte Vorschlag enthielt die Forderung, länderspezifische Strukturen zur Unterstützung des nicht staatlichen Waldbesitzes durch die Landesforstverwaltungen insbesondere in den Formen, wie sie heute noch in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg bestehen fortzuführen. Speziell in Baden-Württemberg hat das Bundeskartellamt auf Kritik der Säge- und Holzindustrie ein Verfahren eingeleitet. Einer Kompromissregelung hat sich das Land Baden-Württemberg verweigert. Nun sollte durch den abgelehnten Antrag ein Weg gefunden werden, das bisherige Verfahren in Baden-Württemberg zu konservieren.

Aus Sicht des Bayerischen Waldbesitzerverbandes zeigen gerade die Länder spezifisch sehr unterschiedliche Vorgehensweisen, dass auch kartellrechtskonforme Verfahren die Ziele der Multifunktionalität einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung hervorragend erfüllen. Den Beweis hierfür hat die aktuelle Bundeswaldinventur 3 überdeutlich erbracht. Der Bayerische Waldbesitzerverband wiederholt seine Position, dass zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern in Zukunft nicht an, aus kartellrechtlicher Sicht, problematischen Verfahrensweisen festgehalten werden muss. Vielmehr ist für die länderspezifischen Besonderheiten ein ausreichender Übergangszeitraum von bisher kartellrechtswidrigen zu zukünftig kartellrechtskonformen Verfahren zu eröffnen. Insbesondere die Klein- und Kleinstprivatwaldbesitzer verantworten kartellrechtswidrige Strukturen nicht und sollten deshalb auch nicht durch eine erforderliche Umstrukturierung bestraft werden. Eine solche Bestrafung wäre zwar in keinster Weise erforderlich, ist aber alleine im Hinblick auf das Verhalten des Landes Baden-Württemberg gegenüber dem Bundeskartellamt durch die Rücknahme einer Kompromissregelung dringend zu befürchten. Darüber hinaus erleiden die Waldeigentümer in Baden-Württemberg derzeit erhebliche Nachteile durch das dort in kaum erklärbarer Weise einheitlich abgesunkene Preisniveau.

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