August 2016

03.08.2016

Sparen am Wald gefährdet den Klimaschutz!

Bayerischer Doppelhaushalt 2017/18

Die Bayerische Staatsregierung hat jüngst über den Doppelhaushalt 2017/18 informiert, den das Kabinett in seiner Klausurtagung in St. Quirin am Tegernsee vereinbarte hat. Der neue Doppelhaushalt sei erneut ein kraftvolles Signal der finanzpolitischen Stabilität und Solidität. Der Haushalt ohne neue Schulden sei ein Markenzeichen erfolgreicher bayerischer Finanzpolitik mit Ziel und Augenmaß. Im Hinblick auf die Haushaltsituation bezeichnet Staatsminister Söder Bayern als das „stabilste Land Deutschlands“. Die Migration sei eine Herausforderung; wegen Asyl und Einwanderung werde aber nicht an der einheimischen Bevölkerung gespart, so Staatsminister Söder.


Über die konkreten Haushaltsbeschlüsse im Bereich der Land- und Forstwirtschaft informierte gestern das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Landwirtschaftsminister Brunner berichtet, dass insgesamt sechs Millionen Euro mehr für den Umbau labiler Wälder in klimatolerante Mischwälder bereit stünden.


Der Bayerische Waldbesitzerverband hatte für den Doppelhaushalt 2017/18 einen zusätzlichen Finanzbedarf seitens der bayerischen Forstwirtschaft von insgesamt 31 Millionen Euro angemeldet. Dieser ergibt sich aus den Folgen des Orkans „Niklas“ und der extremen Sommertrockenheit im Jahr 2015.


Die zusätzlichen Finanzmittel in Höhe von insgesamt sechs Millionen Euro reichen bei weitem nicht aus, um die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in Bayern bei der Bewältigung der Folgen dieser extremen Klimaereignisse im erforderlichen Umfang zu unterstützen. Der Wald und die Forstwirtschaft sind tragende Säulen im Kampf gegen den Klimawandel. Dies wurde im Klimaabkommen von Paris gerade erst besonders herausgestellt. Die Investitionen in die Forstwirtschaft kommen der gesamten Bevölkerung in Bayern zugute – und an der solle ja ausdrücklich nicht gespart werden.


Der Bayerische Waldbesitzerverband sieht hier dringenden Nachbesserungsbedarf. Das „finanziell stabilste Land Deutschlands“ muss und wird es sich leisten können, die Zukunftsaufgaben Wald und Klimaschutz zukünftig im Haushalt angemessen zu berücksichtigen.

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