September 2016

28.09.2016

Mögliche Stromtrassen vorgestellt – Entschädigungsregelung noch völlig offen.

Die Netzbetreiber TenneT, 50Hertz und TransnetBW haben die Untersuchungsräume mit möglichen Erdkabelkorridoren für die zwei Hochspannungs-Gleichstrom-Trassen SuedLink und SuedOstLink im Internet veröffentlicht. In Bayern sind die Regierungsbezirke Unter- und Oberfranken, die Oberpfalz und Niederbayern von der Planung berührt.

Die Notwendigkeit neuer Stromleitungen ergibt sich aus der bundespolitischen Entscheidung zur Beendigung der Kernenergienutzung im Jahr 2011 und der damit erforderlichen Energiewende. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien in Form von Windkraftanlagen in Nord- und Ostdeutschland und einen Wegfall der Kernenergieerzeugung in Süddeutschland muss mehr Strom von Nord- nach Süddeutschland transportiert werden. Hierfür wird die Kapazität der vorhandenen Leitungen nicht ausreichen. Die Nutzung erneuerbarer Energien vor Ort schreitet zwar sinnvollerweise weiter voran, wobei der nachwachsende Rohstoff Holz eine zentrale Rolle spielt, jedoch kann die erforderliche Versorgungssicherheit mit den bestehenden Netzkapazitäten zukünftig wohl nicht garantiert werden.

In einem ersten Schritt wird daher nun ein Netz aus möglichen Erdkabel-Korridoren vorgestellt. Dabei sind Wälder und auch landwirtschaftliche Flächen in erheblichem Umfang betroffen. Zahlreiche Waldbesitzer und Landwirte werden durch die Leitungstrassen zukünftig in der Bewirtschaftung ihres Eigentums empfindliche Einschränkungen erdulden müssen. In diesem Zusammenhang sind zwei Kernpunkte hervorzuheben. Es gilt die Prämisse, dass im Zuge des Baus und Betriebes der Leitungen sichergestellt werden muss, dass die Beeinträchtigung von Grund und Boden möglichst gering gehalten wird und die Wälder nicht von neuen Schneisen durchschnitten werden. Ferner muss eine angemessene und wiederkehrende Vergütung für die Inanspruchnahme der Grundstücke sichergestellt werden.

In diesem Zusammenhang ist es völlig unverständlich, dass aktuell Trassenvarianten vorgestellt werden, eine akzeptable Entschädigungsregelung für die Inanspruchnahme von Eigentum jedoch noch völlig fehlt. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Ohne eine entsprechende Entschädigungsregelung wird es keine Akzeptanz für neue Trassen in der Fläche geben.

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