August 2017

08.08.2017

Borkenkäfersituation regional angespannt, aber beherrschbar

Die Witterung und die hohe Borkenkäferpopulation führen in einigen Regionen Bayerns zu erhöhten Käferholzanfällen. In den Schwerpunktgebieten vor allem im Süden des Freistaats ist die Situation teilweise angespannt, aber beherrschbar. Der Waldbesitz arbeitet die befallenen Bäume zügig auf, um einer weiteren Verbreitung des Borkenkäfers vorzubeugen.

Um den Holzmarkt zu entlasten, wird mancherorts Holz für kurze Zeiträume in Nass- und Trockenlagern zwischen- bzw. eingelagert. Frischholzeinschläge werden gestoppt oder verschoben, damit das Käferholz zügig abfließen kann. Mit diesen Maßnahmen wird die auf dem Markt verfügbare Holzmenge der Nachfrage angepasst.

Aufgrund der positiven konjunkturellen Entwicklung im Holzgewerbe und der Steuerung des Waldbesitzes, um den Markt zu entlasten, wird bayernweit weiterhin von einem stabilen Marktniveau, insbesondere für Frischholz, ausgegangen.

Auch für heuer rechnet der Waldbesitz nicht, dass trotz des anfallenden Käferholzes die Gesamteinschlagsmenge überschritten wird. Dies gilt sowohl für den Privat- und Kommunalwald wie auch für den Staatswald. Im letzten Jahr lag nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes der Holzeinschlag in Bayern mit 15,65 Millionen m³ um knapp 16 % unterhalb des Vorjahres.

01.08.2017

Der Borkenkäfer fliegt und fliegt und fliegt!

Was ist jetzt zu tun?

1. Gezielte Bohrmehlsuche
In den Beständen gezielt nach sich verfärbenden Fichtenkronen bzw. Nadelabfall suchen. In deren Nachbarschaft konsequent nach Bohrmehl suchen.

2. Unverzüglicher Einschlag und Aufarbeitung befallener Fichten bis Ende Juli
Befallene Fichten sind unverzüglich einzuschlagen und aufzuarbeiten. Es gilt, den Ausflug der zweiten Generation zur Anlage einer dritten zu verhindern!

3. Umgang mit zeichnenden Fichten
a) Fichten mit beginnender Kronenverfärbung, Abfall gelblich-grüner Nadeln und abfallender Rinde bei grüner Krone sind in jedem Falle einzuschlagen und aufzuarbeiten. Die Krone ist unbedingt auf Befall durch den Kupferstecher zu kontrollieren.
b) Bei Fichten mit deutlicher Rotfärbung der Krone bzw. Abfall roter Nadeln ist die Brut bereits sehr weit entwickelt oder schon ausgeflogen. Der Einschlag dieser Fichten ist nur sinnvoll, wenn noch in nennenswertem Umfang Käfer in den Bäumen vorhanden sind (kontrollieren!) und die unverzügliche Abfuhr nach Einschlag gewährleistet ist. Die Käfer verpuppen sich in der Rinde, das bedeutet bei der Kontrolle auf Käferbefall muss die Rinde aufgebrochen werden, um die noch vorhandene Käferdichte abzuschätzen.
c) Bei der Fällung und Rückung muss auf abfallende Rindenpartien mit Jungkäfern geachtet werden.
Diese dürfen nicht im Bestand verbleiben, sondern sind einzusammeln und müssen unschädlich gemacht werden (auf Haufen aufschütten, mit Folie abdecken, aus dem Bestand entfernen). Weiße Stadien und Käfer ohne Reifungsfraß sterben in der abfallenden Rinde ab.
Die Fällung solcher Bäume kann je nach Kronenzustand bereits ausgesprochen gefährlich sein, da die Krone nicht mehr über eine hohe Nadelmasse verfügt und das Gewicht bereits entsprechend reduziert ist, damit verlagert sich der Schwerpunkt sukzessive nach unten. Die Fällung erfordert daher i.d.R. Seilunterstützung und sollte daher aus Gründen der Arbeitssicherheit von Unternehmern mit entsprechendem Know-how und Equipment durchgeführt werden.

4. Aufarbeitung von liegendem bruttauglichem Material
Frische Resthölzer und Kronenmaterial können vom Buchdrucker und Kupferstecher genutzt werden, sie müssen daher eben-falls unverzüglich aufgearbeitet werden.

Blickpunkt Waldschutz 12/2017 der LWF

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