September 2017

19.09.2017

Gewittersturm „Kolle“: Staatsregierung dehnt Hilfsprogramm aus

Das Bayerische Kabinett hat auf Vorschlag von Forstminister Helmut Brunner beschlossen, die für die Landkreise Passau und Freyung-Grafenau beschlossenen Soforthilfen nach dem Gewittersturm „Kolle“ auch über das Hauptschadensgebiet hinaus auszudehnen. Für vergleichbare Schäden wird es die gleichen Hilfen wie im Hauptschadensgebiet geben. Der Bayerische Waldbesitzerverband begrüßt diese Entscheidung sehr. Das Sofortprogramm für geschädigte Waldbesitzer enthält unter anderem Räumungszuschüsse von bis zu 6.000 Euro pro Hektar, damit das Schadholz schnell aufgearbeitet und abtransportiert werden kann, sowie zinslose Kredite als Überbrückungshilfen.

06.09.2017

Kalamitäten rechtfertigen keine nachhaltigen Auswirkungen auf dem Holzmarkt

Ausgehend von den Borkenkäferholzanfällen und Auswirkungen der Gewitterstürme der letzten Wochen herrscht derzeit eine Unruhe auf dem Holzmarkt, die von Seiten einiger Abnehmer genutzt wird, um in einer nicht gerechtfertigten und nicht akzeptablen Weise Holzpreise zu drücken und Konditionen zu verschlechtern. Die angefallenen Kalamitätsmengen aus dem Borkenkäferanfall und der Gewitterstürme der letzten Wochen belaufen sich nur auf einen Bruchteil eines normalen bayerischen Jahreseinschlags und führen zu keinerlei Erhöhung des Gesamteinschlags in Bayern, der in den letzten Jahren bei knapp 20 Millionen Festmetern lag. Gleichzeitig besteht ausgehend von der guten Baukonjunktur und Exportwirtschaft eine sehr hohe Nachfrage auf den Schnittholzmärkten. Die Produktionstätigkeit ist hoch. In vielen Segmenten rechnet die Holzbranche mit weiter steigenden Preisen auf den Abnahmemärkten. Auch der Absatz in außereuropäische Gebiete, wie den Nahen Osten, ist derzeit gut.

Da derzeit in Bayern die Abnehmer sehr gut versorgt sind, kommt der Nadelfrischholzeinschlag bayernweit quasi zum Erliegen. Die Bayerischen Staatsforsten haben ihn nahezu vollständig eingestellt und auch im Privat- und Kommunalwald erfolgt dieser stark eingeschränkt und überwiegend nachfragebezogen. Reguläre Frischholzeinschläge werden zurückgestellt. Darüber hinaus werden große Holzmengen in Nass- und Trockenlagern zwischengelagert. In den vom Gewittersturm „Kolle“ betroffenen Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau erfolgt eine differenzierte Aufarbeitungsstrategie. Einzelwürfe und –brüche sowie Nester werden prioritär aufgearbeitet. Bei flächigen Würfen erfolgt die Aufarbeitung zeitversetzt über dem Winter hinweg. Zusätzlich werden Holzmengen über den Ferntransport vermarktet, um den bayerischen Holzmarkt zu entlasten.

Der Bayerische Waldbesitzerverband empfiehlt seinen Mitgliedern, bei der Vermarktung zwischen Kalamitäts- und Frischholz zu differenzieren und auf längerfristige Abschlüsse aufgrund des Gebarens einzelner Abnehmer derzeit zu verzichten.

04.09.2017

Bayerischer Waldbesitzerverband fordert zielgerichtete und nicht ideologische Diskussion

Der Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes hat die Äußerungen des Landesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen zu den Sturmschäden in den Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau mit großer Verwunderung zur Kenntnis genommen. Jetzt gehe es laut Präsident Ziegler nicht darum, die Fichte als Baumart zu kritisieren und die zerstörten Bestände in Niederbayern zu kritisieren, sondern es gehe vielmehr darum, den Betroffenen in ihrer jetzigen Situation deutlich Hilfe zu leisten und den Waldbesitzern eine Lebensgrundlage und Perspektive für die Zukunft zu geben. Bis auf den zerstörten Flächen aus Forstwirtschaft wieder Einnahmen erzielt werden können, vergehe mindestens eine ganze Generation. Heute festzustellen, daß in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg bis nach dem zweiten Weltkrieg Fehler bei der Begründung der jetzt geschädigten Bestände gemacht wurden zeige Unkenntnis über die damals bestehende Situation und fehlenden Respekt gegenüber den damals Verantwortlichen. Präsident Ziegler hat sich an dieser Stelle klar positioniert:  „Wir haben es satt, sinnlose ideologische Diskussionen mit einzelnen Naturschützern und Umweltverbesserern führen zu müssen. Wir brauchen Lösungen für den Erhalt unserer Wälder in dem durch Menschenhand verursachten Klimawandel. Dirigismus und Besserwisserei sind der falsche Weg. Wir benötigen Hilfe zur Selbsthilfe und Stärkung der Eigenverantwortung.“

Durch den Klimawandel nehmen Unwetterereignisse stetig zu. Die Argumentation, dass die Schäden nur in Fichtenbeständen entstehen würden, wird leider irgendwann durch einen Sturm in einer Laubholzregion wiederlegt werden. Spätestens dann sollte auch dem Landesvorsitzenden der Grünen klar sein, dass es nicht ein Baumartenproblem, sondern ein weltweites Klimaproblem ist, bei dem die Waldbesitzer nicht Bevormundung, sondern Unterstützung benötigen.

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