August 2018

10.08.2018

Bayerns Wälder leiden unter Hitze und Trockenheit

Bayerns Wälder sind durch die extremen Wetterverhältnisse der letzten Jahre extrem belastet. Die Jahre 2015 bis 2017 waren bereits durch zunehmende Hitze und Trockenheit gekennzeichnet. Laut Deutschem Wetterdienst zeigen dauerhafte Hitze und Trockenheit nun im laufenden Jahr 2018 erneut Rekordniveau - es handele sich um ein klimatisches Jahrhundertereignis!

Die Wälder leiden sehr unter dem extremen Trockenstress. Speziell die jungen Bäume in den Forstkulturen vertrocknen in großer Zahl. Bei anhaltender Trockenheit muss damit gerechnet werden, dass über die Hälfte der Kulturen ausfallen. Aber auch die alten Waldbestände leiden. Derzeit profitieren wärmeliebende Schädlinge wie der Schwammspinner und der Eichenprozessionsspinner und schädigen unsere Laubwälder. Fichten können sich aufgrund des Wassermangels nur schlecht gegen den Borkenkäfer wehren. So setzt sich die dramatische Borkenkäfersituation der vergangenen Jahre auch im Jahr 2018 fort. Hinzu kommen Zuwachsverluste, Trockenschäden an allen Baumarten und erhebliche finanzielle Einbußen bei der Holzvermarktung, da das Schadholz nur mit empfindlichen Preisabschlägen vermarktet werden kann. Wälder werden generationsübergreifend gepflegt und benötigen viele Jahrzehnte, um Erträge liefern zu können.

Josef Ziegler, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, zur aktuellen Situation: „Die vielfältigen Leistungen unserer Wälder für die Gesellschaft und speziell für den Klimaschutz geraten durch die sommerlichen Wetterextreme der letzten Jahre in ernsthafte Gefahr. Die Waldbesitzer brauchen dringend Unterstützung – die wirtschaftlichen Schäden belaufen sich in Bayern bereits jetzt auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Hier müssen neue rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um betroffene Waldbesitzer finanziell und organisatorisch wirksam unterstützen zu können.“

„Ich fordere jetzt aber auch alle Waldbesitzer auf, weiterhin aktiv Käferbäume zu suchen und aufzuarbeiten“, so Ziegler. „Befallene Hölzer müssen zeitnah aus dem Wald geschafft werden. Ist der direkte Abtransport in die Werke nicht möglich, sollte die finanziell geförderte Zwischenlagerung außerhalb des Waldes noch stärker genutzt werden.“

08.08.2018

Bayerischer Waldbesitzerverband eröffnet Büro in Oberfranken

Zum 01.07.2018 hat der Bayerische Waldbesitzerverband ein Büro in Scheßlitz bei Bamberg eröffnet. Dieses „Büro Nordbayern“ wird von der neuen Mitarbeiterin des Bayerischen Waldbesitzerverbandes Frau Iris Götting-Henneberg geleitet.

Der Bayerische Waldbesitzerverband steht damit den Waldbesitzern in der Region Nordbayern noch besser als Ansprechpartner zur Verfügung; speziell auch den zahlreichen waldbesitzenden Kommunen. Grundsätzlich wird durch die personelle Verstärkung aber auch die forstpolitische Arbeit für alle Waldbesitzer in Bayern weiter verbessert. Frau Götting-Henneberg wird darüber hinaus künftig als PEFC-Regionalassistentin die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe Bayern unterstützen und das interne PEFC-Monitoringprogramm in Nordbayern umsetzen. Ferner wird sie sich in der Öffentlichkeitsarbeit für nachhaltige und multifunktionale Waldbewirtschaftung vor Ort engagieren.

Präsident Josef Ziegler: „Der Waldbesitz steht aufgrund von Kalamitäten und der Klimasituation, aber auch aufgrund der Chancen unseres nachwachsenden Rohstoffes Holz vor großen Aufgaben und Herausforderungen. In einem so großen Flächenstaat wie dem Freistaat Bayern wollen wir deshalb die Entwicklungen vor Ort noch besser begleiten.“ Gerade nach der Unterzeichnung des Waldpaktes sieht der Waldbesitzerpräsident vielzählige Aufgaben für den Verband: „Unser Ziel, den „Bayerischen Weg“ einer multifunktionalen Forstwirtschaft auf der gesamten Fläche gemeinsam mit den Waldbesitzern weiter zu entwickeln, können wir nun noch besser verfolgen“.

In Scheßlitz ist das Büro gemeinsam mit der Bayerischen Forstverwaltung (AELF Bamberg, Außenstelle Forsten), den Geschäftsstellen der Waldbesitzervereinigung Bamberg und der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfranken (FVO) sowie den Bayerischen Staatsforsten (Forstbetrieb Forchheim, Revier Scheßlitz) an einem Standort angesiedelt.

Frau Götting-Henneberg stammt aus Hagen in Nordrhein-Westfalen. Nach dem Studium der Forstwissenschaften in Tharandt hat sie in den Jahren 2004 bis 2006 das Referendariat mit Forstamtszeit in Weißenstadt im Fichtelgebirge absolviert und mit der Großen Forstlichen Staatsprüfung abgeschlossen. Danach war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem EU Forschungsprojekt am Lehrstuhl für Forsttechnik an der TU Dresden und als stellvertretende Geschäftsführerin einer Forstbetriebsgemeinschaft in Unterfranken tätig. Zuletzt war sie für zehn Jahre die Geschäftsführerin der Waldbesitzervereinigung Lichtenfels-Staffelstein. Der Verband hat damit für das Büro Nordbayern eine in der Region fest verwurzelte und weit vernetzte Referentin gewinnen können. Frau Götting-Henneberg ist verheiratet und hat drei Kinder.

Aktuelles
Termine