Wald in Bayern

 

In der Bundesrepublik sind mehr als 11 Millionen Hektar der Landesfläche mit Wald bestockt.

Beinahe ein Viertel der deutschen Wälder befindet sich auf dem Gebiet des Freistaates Bayern (2,61 Mio. ha). Damit ist Bayern das waldreichste Bundesland, mit einem Waldanteil von einem Drittel der Landesfläche.  

 

Bayern das Land der Privatwaldbesitzer

Über die Hälfte der bayerischen Wälder (56%) befindet sich in privatem Eigentum (Abb. 1). Insgesamt gibt es im Freistaat ca. 600.000 private Waldbesitzer. Die Größenspreizung reicht dabei vom urbanen Kleinstprivatwaldbesitzer bis hin zum Großprivatwald mit eigenem Personal. Die durchschnittliche Besitzgröße liegt bei etwa 2,3 ha. Der Staatswald hat in Bayern einen Anteil von 30 %. Außerdem sind noch ca. 12 % der Waldfläche im körperschaftlichen Besitz (ca. 2.500 Waldbesitzer).


 

Waldflächenverteilung nach Eigentumsart

Abb. 1 Verteilung der Waldfläche nach Eigentumsart

 

Baumartenverteilung in Bayern


Generell sind Bayerns Wälder mit ca. 2/3 Flächenanteil durch das Nadelholz geprägt. Die dominierende Baumart ist noch immer die Fichte, gefolgt von der Kiefer. Beide Baumarten werden, bedingt durch die Folgen des Klimawandels und vielfältiger Waldumbaumaßnahmen, auch weiter an Fläche verlieren.
Dritthäufigste Baumart und somit gleichzeitig auch häufigste Laubholzbaumart ist die Buche, die von Natur aus fast überall in Bayern heimisch ist. Der Anteil der Eiche liegt nur bei etwa 7 % der Waldfläche, ihr Hauptvorkommen ist in Unterfranken.

 

Baumartenanteile in Bayern

Abb. 2 Baumartenanteile in Bayern

 

Vorratsreiches Bayern


Bayern ist aber nicht nur was die Waldfläche angeht Spitzenreiter in Deutschland. Auch die Holzvorräte in Bayerns Wäldern sind bundesweit am höchsten (Abb. 3). Knapp 400 Erntefestmeter pro Hektar stocken im Durchschnitt. Das sind 15 % mehr als der bundesweite Mittelwert.

 

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Abb. 3 Vorrat über alle Bundesländer

 

Bei einem Vergleich der Eigentumsarten in Bayern gibt es bei den Holzvorräten starke Unterschiede (vgl. Abb. 4). Überdurchschnittlich sind dabei die Vorräte im Privatwald, die Holzvorräte im Körperschafts- und Staatswald sind nahezu gleich hoch.

 

Vorrat nach Eigentumsart in Bayern

Abb. 4 Vorrat nach den Eigentumsarten in Bayern

 

Unterschätztes Potential - Pro Sekunde wächst 1 Festmeter Holz nach


Vergleicht man, unter Berücksichtigung der vorhandenen hohen Vorräte, die jährlichen mittleren Zuwächse und Nutzungssätze der Vergangenheit miteinander, so wird deutlich, dass das Potential in den Wäldern Bayerns lange Zeit unterschätzt wurde.

 

Zuwachs und Nutzung in Bayern

Abb. 5 Zuwachs und Nutzung nach Baumarten in Bayern

 

Über alle Standorte, Baumarten, Altersklassen und Eigentumsarten hinweg wachsen in Bayern jährlich ca. 11 Erntefestmeter je Hektar nach. Dem gegenüber steht ein Nutzungssatz von nur etwa 9 Erntefestmetern je Hektar. Im Privatwald liegen die Nutzungssätze häufig sogar deutlich unter diesem Wert. Befürchtungen, dass der Wald Bayerns in jüngster Vergangenheit übernutzt wurde, können somit widerlegt werden.    

Bei gleichbleibendem Zuwachs und weiterer Beibehaltung der Nutzungssätze wird es in Bayern mittelfristig zu einem weiteren Vorratsaufbau kommen. Es besteht diesbezüglich ausreichend Möglichkeit für die bayerischen Waldbesitzer, das Potential ihres Waldes unter der Berücksichtigung des Nachhaltigkeitsgedankens weiter auszuschöpfen.

 

Biodiversität in Bayerns Wäldern


Die Wälder in Bayern liegen mit einem Totholzvorrat von 22m³ über dem bundesdeutschen Schnitt, der Staatswald in Bayern hat mit Abstand die höchsten Totholzvorräte.

Im Wald ist das Totholz gleichmäßig nach stehendem, liegendem und Wurzelstöcken verteilt.

 

 

Die dargestellten Grafiken beruhen auf den Ergebnissen der dritten Bundeswaldinventur. Alle Ergebnisse der Bundeswaldinventur finden Sie hier!


 

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